Aktuelle Nachrichten zur Kommunalwahl 2021 Pattensen

Das ist Pattensens Bürgermeisterin und SPD-Kandidatin Ramona Schumann
Ramona Schumann lebt im Pattenser Ortsteil Schulenburg. Sie tritt nach einer Amtszeit wieder als Bürgermeisterkandidatin der SPD an. Quelle: Mark Bode

Ramona Schumann (41) ist seit sieben Jahren Pattensens Bürgermeisterin. Sie möchte im September bei der Kommunalwahl wiedergewählt werden. Doch wie ist sie im Privatleben? Sie gibt einen kleinen Einblick.

Schulenburg Wer soziale Medien nutzt, kann ihr nahezu nicht entkommen. Es gibt kaum eine digitale Plattform, auf der Ramona Schumann nicht unterwegs ist. Facebook, Twitter, Instagram – na klar. Aber selbst auf der Videoplattform TikTok probiert sich die 41 Jahre alte Bürgermeisterin der Stadt Pattensen gerne aus. In Windeseile verbreitet sie Informationen über ihre verschiedenen Kanäle. „Ich merke das schon gar nicht mehr und denke auch nicht viel über die Texte nach“, sagt Schumann beim Gespräch im Café der Calenberger Backstube in ihrem Wohnort Schulenburg.

„Auf Twitter kann ich in kürzester Zeit Nachrichten verbreiten“, sagt sie. „Man muss bei Social Media aber immer authentisch sein“, fügt sie hinzu. Damit meint sie: „Es muss meine Sprache sein.“ Auch Buchstabendreher dürfen durchaus enthalten sein. Diese korrigiere sie später bei der Kontrolle. Auch einen Blog betreibt sie. „Der kostet deutlich mehr Zeit“, sagt sie.

Beruf und Privatleben bleiben getrennt
Ihr Privatleben und ihre beiden Kinder – 16 und zwölf Jahre alt – halte sie bewusst aus ihrem Berufsleben heraus. Meistens. „Sie waren beide schon einmal mit in der französischen Partnerstadt St.-Aubin-lès-Elbeuf“, sagt Schumann. Doch ansonsten treten die beiden Kinder öffentlich nicht in Erscheinung. Der Wunsch nach Abgrenzung sei bei beiden da, sagt die Mutter und unterstütze dies. „Wer will schon gerne nur als die Tochter von jemandem angesehen werden, wenn man irgendwo hinkommt?“, sagt Schumann.

Zur Person: Das ist Ramona Schumann
Ramona Schumann wurde 1979 in Georgsmarienhütte im Landkreis Osnabrück geboren. Nach ihrem Fachabitur Verwaltung und Rechtspflege in Osnabrück absolvierte sie eine Ausbildung zur Verwaltungsinspektorin. Von 2002 an arbeitete sie zwei Jahre lang beim Arbeitsamt in Hannover. Seit 2004 lebt Schumann in Schulenburg. In dem Jahr wurde ihre erste Tochter geboren. Sie arbeitete kurzzeitig beim Hauptzollamt in Hannover, wechselte anschließend zum Zoll in Braunschweig und war dort für die Bekämpfung illelgaler Beschäftigung und Schwarzarbeit zuständig. Vier Jahre lang war sie beim Hauptzollamt Gleichstellungsbeauftragte. Im Jahr 2009 kam ihre zweite Tochter zur Welt. Nach dem deutlichen Sieg in der Stichwahl zur Bürgermeisterin in Pattensen mit 67,4 Prozent der Stimmen führt sie seit 2014 das Rathaus der Stadt.

In ihrer Jugendzeit war sie bei den Pfadfindern und der Evangelischen Jugend engagiert. Sie ist in mehreren Organisationen Mitglied, darunter im Förderverein der Feuerwehr Pattensen-Mitte, der Ortsfeuerwehren Schulenburg/Leine und Hüpede, im Sozialverband Deutschland, beim Deutschen Roten Kreuz, Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter, Spielmann- und Fanfarencorps Pattensen, Förderverein der Grundschule Schulenburg/Leine, den Landfrauen und dem Rettungsring.

Die heute 41-Jährige trat 2009 in die SPD ein und wurde schnell Vorstandsmitglied in der Abteilung Schulenburg. Von 2011 bis 2014 gehörte sie dem Ortsrat Schulenburg sowie dem Rat der Stadt an. Dort war sie Sprecherin für Familie, Jugend und Soziales und knapp ein Jahr SPD-Fraktionsvorsitzende.

Ihr sei immer die Rückendeckung der Familie wichtig. Erst, nachdem beide Kinder unabhängig voneinander zu ihr sagten, dass sie für eine weitere Amtszeit als Bürgermeisterin kandidieren solle, habe sie sich dafür entschieden. Da Schumann täglich diverse Termine wahrnehmen müsse, sei die Zeit mit ihren Kindern etwas rar. Die Zeit, die sie gemeinsam verbringen, nennt Schumann deshalb „Quality Time“.

Netflix oder Familienbesuch im Osnabrücker Land
Zu einem genüsslichen Familientag könne das entspannte Netflix-Schauen auf der Couch gehören, der Besuch bei Familie und Freunden im Osnabrücker Land sowie der spontane Tagesausflug. Seit einer Dekade fahre sie mit ihren Kindern und zwei anderen Familien, die sie seit Kindergartentagen des eigenen Nachwuchses kenne, jeweils einmal im Jahr in den Ferien ans Meer. „Wir sind zu zwölft, spielen, kochen, gehen spazieren und reden viel miteinander“, beschreibt Schumann ihre Idylle. An welchem Meer – das sei ihr gleich. Es könne Nord- oder Ostsee sowie Mittelmeer sein. „Das sind alles schöne Gegenden.“


Schumann wechselt sich mit ihrem Ex-Mann, der in Schulenburg lebt, bei der Betreuung der Kinder an den Wochenenden ab. „Wenn Kinder-Wochenende ist, gehört es ganz ihnen“, sagt Schumann. Ihre Kinder hätten mit ihr ein besonderes Abkommen getroffen. Das besage: Wenn doch einmal ein unaufschiebbarer Termin auf diese Wochenenden falle, steht den beiden ein besonderer Ausgleich zu. „Da sind die beiden harte Verhandlungspartner“, sagt die Bürgermeisterin mit einem Lachen.

Fairer Umgang beim Streiten wichtig
Dabei kennt sie sich aufgrund ihrer politischen Karriere und vorab beim Zoll mit diversen Verhören im Zusammenhang mit Schwarzarbeit mit harten Verhandlungspartnern eigentlich aus. Schumann streite durchaus gerne, sagt sie. Aber auf die Art und Weise komme es an. Gewissen Auseinandersetzungen könne sie sogar etwas Positives abgewinnen. „Konstruktive Konflikte sind sehr fruchtbar“, sagt sie. Doch der Streit müsste immer sachbezogen sein. „Hart in der Sache, fair im Umgang“, sei dabei ihre Devise. „Am Ende sitzen immer Menschen“, sagt sie.

Sie wirkt bei politischen Disputen meist ruhig und gelassen. „Emotionalität schafft keine Lösungen“, sagt sie. Doch auch in ihr brodele es gelegentlich: „Je leiser ich werde, desto mehr kocht es in mir.“ Dass sie bei Ratssitzungen und anderen Auftritten so souverän wirkt, sei für Freunde von früher schwer nachzuvollziehen, sagt sie. „In der Schulzeit hatte ich eine Heidenangst, vor der Klasse zu sprechen.“ Schweißperlen hätten ihr regelmäßig auf der Stirn gestanden. „Ich habe keinen geraden Satz herausbekommen.“

Selbstvertrauen entwickelt sich erst an der Uni
Erst zu Studiumszeiten habe sich das gewandelt. „An Selbstbewusstsein hatte es mir nie gemangelt“, sagt Schumann. „Ich konnte immer sehr meinungsstark meine Position vertreten.“ Sie bezeichnet sich zudem als sehr kommunikativen Menschen. An Selbstvertrauen habe es ihr hingegen lange gemangelt. Ihr Hemmnis sei die Unsicherheit gewesen, das Richtige zu sagen.

Um nach langen Auseinandersetzungen zuhause zur Ruhe zu kommen, betreibt Schumann Yoga und meditiert. „Damit kann ich sehr gut abschalten“, sagt sie. Abschalten von vielen Gedanken, die ihr ansonsten auch spät abends noch durch den Kopf gingen. „Die Verantwortung trage ich gerne“, sagt sie. Sie bezeichnet sich auch als sehr nachdenklich. „Ich möchte gerne alle Eventualitäten bedenken“, sagt sie. Doch manche Entscheidungen fälle sie auch aus dem Bauch heraus. „Beispielsweise beim Autokauf“, wie sie sagt.

TikTok-Videos mit beiden Katzen
Eine etwas andere Ramona Schumann bekommen die TikTok-Nutzer zu sehen. Sie zeigt, dass sie Spaß versteht und sich selbst nicht zu ernst oder wichtig nimmt. In den kurzen Videos treten unter anderem ihre beiden Katzen auf. Zudem gesteht sie, die „Bibi Blocksberg“-Hörspiele bis Nummer 32 auf Kassette besessen zu haben. Oder sie zeigt, wie sie in vermeintlich unbeobachteten Momenten Freitagabend durch das Rathaus tänzelt. Sollte es mit der Wiederwahl im September nicht klappen, müsste sie zukünftig auf Videos im Verwaltungsgebäude verzichten. Aber fest steht für Schumann, dass sie den sozialen Medien treu bleiben wird.

Quelle: Neue-Presse vom 29.06.2021 - Von Mark Bode

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