Aktuelle Nachrichten

Wieder keine klare Mehrheit im Rat

SPD verliert, CDU gewinnt – Parteien müssen Koalitionspartner finden oder wechselnde Bündnisse schließen

Pattensen. Der künftige Rat der Stadt Pattensen hat eins mit dem bisherigen Rat gemeinsam: Es gibt keine klare Mehrheit. Die stärkste Fraktion ist die CDU mit zwölf Sitzen – zwei mehr als bisher. Dafür hat die SPD mit künftig neun Sitzen zwei verloren. Eine eigene Mehrheit hat aber keine der größten Parteien. Die Fraktionen werden sich einen Koalitionspartner suchen müssen, oder themenbezogen mit wechselnden Mehrheiten arbeiten.

Andreas Ohlendorf, amtierender SPD-Fraktionsvorsitzender, würde persönlich einen festen Koalitionspartner bevorzugen. „Sonst werden in der Fraktion Entscheidungen getroffen, die dann doch wieder geändert werden müssen.“ SPD-Ortsvereinsvorsitzender Thomas Vogel sagte, dass über mögliche Bündnisse erst Gespräche im Ortsverein geführt werden müssen.

„Wir freuen uns sehr über das tolle Ergebnis“, sagte CDU-Stadtverbandvorsitzender Jonas Soluk. „Das ist eine Bestätigung der guten Arbeit und gleichzeitig eine Aufforderung, so engagiert weiter zu arbeiten.“ Soluk verwies besonders auf die vielen persönlichen Stimmen, die mehrere CDU-Mitglieder – Günter und Horst Bötger sowie Soluk selbst – erreicht haben. „Daran kann man sehen, dass die Leute unseren Kandidaten persönlich vertrauen.“

Drittstärkste Kraft sind wieder die Unabhängigen Wählergemeinschaften Schulenburg (UWG) und Jeinsen (UWJ) geworden, die jeweils wieder zwei Sitze erringen konnten. „Wir sind hoch zufrieden“, sagte Dirk Meyer (UWJ). Meyer bevorzugt die Arbeit mit wechselnden Mehrheiten. „Wenn man nur gemeinsam etwas erreicht, dann nehmen sich alle etwas zurück und keiner kann sich profilieren.“

Meyer kündigte an, wieder mit der UWG über eine Zusammenarbeit zu sprechen. Mit der UWJ sprechen will auch UWG-Spitzenkandidat Klaus Iffland. „Wir haben vollständig unser Wahlziel erreicht“, sagte Iffland. Das sei nach dem plötzlichen Tod des engagierten UWG-Mitglieds Joachim Schneider nicht selbstverständlich gewesen. Die UWG habe sich aber mit den Themen Südlink, Windenergie und Zustand der Straßen gut positioniert.

„Das ist traumhaft.“ So fasst Sandra Stets von Bündnis 90/Die Grünen das Ergebnis zusammen: Ein komplett neues Team hat drei Sitze im Rat geholt. „Jetzt sprudeln die Ideen förmlich.“ Über das Ergebnis seiner Freien Wähler zeigte sich Fraktionssprecher Werner Fischer „freudig überrascht“. Es bleibt bei zwei Sitzen im Rat, aber die Zahl der Stimmen für die Kandidaten hat sich deutlich erhöht. „Wir machen Politik vor Ort, das ist eine Bestätigung dafür.“

Quelle: Leine-Nachrichten - Kim Gallop